
Endlich zieht wieder ein Krafthammer ein
Die Schmitte Menzberg verfügte einst über einen Maschinenhammer. Die Lücke, die er hinterlassen hat ist nicht zu übersehen. Zum Glück haben wir nun endlich einen würdigen Ersatz gefunden.
Das alte Fundament aus Stampflehm zeugt heute noch davon, dass in der Schmitte Menzberg einst ein schwerer Krafthammer stand. Möglicherweise wurde dieser Ende der 30er Jahren versteigert. Der damalige Schmied Fritz Baumann-Schumacher* (1888 bis 1970) zog im Zuge der Weltwirtschaftskrise 1937 aus.
Feder- und später Lufthämmer setzen sich ab dem Ende des 19. Jh. in der Schmiederei durch. Verschiedene Maschinenbauer in Europa und der Schweiz vermarkten solche Hämmer, die sie selbst entwickelten oder in Lizenz bauten und vertrieben. Heute kommen Maschinenhämmer zusenehs aus Asien. Schweizer Maschinen sind ausschliesslich über den Occasion-Handel erhältlich. So denn auch der "neue" Federhammer für die Schmitte Menzberg:
GÜDEL-Hammer (Typ GH) der Maschinenfabrik Gebr. Güdel aus Langenthal:
• Jahrgang 1951**
• 50 Kg Bärgewicht
• 220 Schläge pro Minute (bei 50 Hz)
• 1750 x 1400 x 800 mm (h x l x b)
• 1150 Kg Gesamtgewicht ohne Antrieb
Die Maschine wiegt mit Antrieb und der separaten Bodenplatte ca. 1500 Kg. Den kniffligen Transport nach Menzberg übernahmen die Aregger Transporte Mitte März.
Der ursprüngliche Hammer wurde vermutlich zerlegt. Der Zugang zur Werkstatt führt durch eine 90cm breite Türe und über eine 15cm hohe Schwelle. Auch heute kann die Schmiede weder mit einem Stapler befahren werden, noch steht ein Kran zur Verfügung.

Wir haben uns entschieden, den Hammer als Ganzes einzubringen und auf den bestehenden Stampflehm Boden zu stellen. Als Vorbereitungsarbeiten wurde die Türschwelle weggespitzt und der Lehmboden renoviert. Die für die Lehmarbeiten benötigte fachliche Unterstützung, haben wir bei der HAGA AG in Rupperswil gefunden. Da der verdichtete Boden mehrere Wochen zum trocknen benötigte, war in dieser ersten Bauphase einiges an Geduld gefragt.

In der zweiten Bauetappe gingen die Arbeiten etwas zügiger aber nicht minder aufwändig voran. Auf den Lehmboden wurde ein kleiner Betonsockel gegossen, eingefasst, gedämmt und mit einer schweren, auf Sockelgrösse zugeschnittene Stahlplatte gedeckt. Der Sockel verhilft in erster Linie zu einer ergonomischeren Arbeitshöhe und dämmt in Kombination mit dem Lehmboden die Hammerschläge.

Für das Einbringen der 1.5 Tonnen schweren Maschine stand ein Paletthubwagen und Seil- und Kettenzug zur Verfügung. Zentimeter für Zentimeter wurde der Hammer in die Werkstatt und in seine definitive Position auf dem Sockel gezogen. Dort wurde er mit sechs Anker mit dem Sockel verbunden.
Vor der Inbetriebnahme wurde der Hammer noch etwas überholt, alles Lagerfett ersetzt und alle beweglichen Teile neu geschmiert. Für den Anschluss an das Stromnetz erhielten wir Unterstützung eines gewieften Tüftlers. Der kräftig Motor aus den frühen 50er wird mit moderner Elektronik nun so angesteuert, dass die Schlagkraft und die Kadenz fein reguliert werden kann.

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*Fritz Baumann-Schumacher, Schmied auf Menzberg von 1914 bis 1937
**Datiert gemäss den Aufzeichnung der Motorenfabrik Leumann und Uhlmann AG